Hans von Marées (geboren 1837 in Elberfeld; gestorben 1887 in Rom) war ein deutscher Maler der Spätromantik und des symbolistisch geprägten Historismus. Nach einer Ausbildung an der Berliner Akademie der Künste und bei Carl Steffeck ging er 1857 nach München, wo er zunächst Historienbilder, Reiterdarstellungen und Genrestücke im Umfeld der historistischen Schule schuf. 1864 reiste Marées im Auftrag des Kunstmäzens Adolf von Schack nach Italien, um Alte Meister zu kopieren. Aus der Arbeit entwickelte er zunehmend eigenständige, von der Renaissance inspirierte Kompositionen, was schließlich zum Bruch mit Schack führte. Italien wurde zu seinem zweiten Heimatland: Nach Aufenthalten in Florenz und Rom lebte er ab den 1870er-Jahren überwiegend in Italien und zählt zu den sogenannten „Deutsch-Römern“. Einen Höhepunkt seines Schaffens bilden die 1873 entstandenen Fresken in der Stazione Zoologica in Neapel, die – wie die vielfach variierten Ruderer- und Bootsszenen – Marées’ Streben nach einer zeitlosen, mythisch überhöhten Figuralmalerei zeigen. In seinen späten, oft dunkeltonigen Bildern verband er antike und arkadische Themen mit einer komplexen, stark auf Farbe und Komposition ausgerichteten Formensprache. Zu Lebzeiten blieb ihm eine breite Anerkennung weitgehend versagt.