Johann Adam Bernhard Ritter von Bartsch (geboren 1757 in Wien, gestorben 1821 ebenda) war ein österreichischer Künstler, Kunstschriftsteller und Begründer der systematisch-kritischen Graphikwissenschaft. Bartsch trat 1777 als Skriptor in die kaiserliche Hofbibliothek in Wien ein, studierte unter Jacob Schmuzer an der Wiener Kupferstecherakademie und wurde 1791 zum Kustos der Graphiksammlung der Hofbibliothek ernannt, der er bis zu seinem Tode vorstand. Er war Ratgeber vieler namhafter Sammler, u. a. des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen, der eine der bedeutendsten Sammlungen an Graphik und Handzeichnungen seiner Zeit zusammentrug. Im 20. Jahrhundert erfolgte die Zusammenlegung beider Sammlungen zur heutigen Albertina. Ab 1794 veröffentlichte Bartsch wissenschaftlich fundierte Catalogues raisonnés zu verschiedenen Graphikern. Zwischen 1803 und 1821 gab er in 21 Bänden sein Opus magnum heraus: Le Peintre Graveur mit zahlreichen Verzeichnissen der Druckgraphik Alter Meister des 15.–18. Jahrhunderts. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Bartsch auch künstlerisch tätig und gehört mit seinem fast 600 Blatt umfassenden Œuvre zu den innovativsten und interessantesten Graphikern seiner Zeit. Neben einer Reihe bemerkenswerter Porträts, Illustrationsgraphik, Militär- und Trachtendarstellungen widmete sich Bartsch vor allem der Reproduktion von Handzeichnungen alter Meister und schuf zahlreiche Blätter, die teils einzeln, teils als Folgen oder umfangreiche Sammelwerke publiziert wurden und ihn zu einem der wichtigsten Graphiker auf diesem Gebiet machen.