Joachim Daerr (geboren 1909 in Groppendorf, gestorben 1986 in Witten) war ein deutscher Landschaftsmaler, Grafiker und Kunsterzieher. Er wuchs auf Rügen auf und begann 1929 seine Ausbildung an der Staatlichen Kunstschule für Textilindustrie in Plauen, wo er bei Karl Hanusch, Johannes Avenarius, Walther Löbering und Otto Lange studierte. Dort lag der Schwerpunkt auf Entwürfen für Spitzen und Weberei. Anschließend absolvierte er in Dresden eine Lehre als Dekorationsmaler (1932–1934), bevor er von 1934 bis 1937 an der Hochschule für Kunsterziehung in Berlin-Schöneberg studierte. Diese vielseitige Ausbildung prägte sein breites künstlerisches Repertoire, das Malerei, Zeichnung, Holzschnitt, Radierung und Lithografie umfasst.
Sein Hauptthema war die Landschaft, insbesondere die Insel Rügen, die er in detailgenauer, sachlich geprägter Strichführung darstellte. Auch in seiner Lehrtätigkeit verband er handwerkliche Präzision mit künstlerischem Ausdruck. Nach seiner Pensionierung 1975 unternahm Daerr zahlreiche Reisen durch Europa, Asien, Afrika und Amerika, die sein Werk um neue Eindrücke erweiterten. Er gilt als Künstler, der eine Brücke zwischen traditioneller Landschaftsauffassung und moderner Sachlichkeit schlug.