Richard Ermisch (geboren 1885 in Halle (Saale); gestorben 1960 in Berlin) war ein deutscher Architekt und kommunaler Baubeamter. Er erhielt seine Ausbildung an der Technischen Hochschule in Berlin. Nach dem Studium trat er in den preußischen Staatsdienst ein und war als Regierungsbaumeister tätig. Seit den 1920er Jahren arbeitete er für die Berliner Stadtverwaltung und war dort vor allem im Bereich des öffentlichen Bauens tätig. Zu seinen ausgeführten Bauten zählen insbesondere Siedlungsprojekte im Berliner Raum, an denen er im Rahmen des kommunalen Wohnungsbaus beteiligt war. Hierzu gehören Siedlungsbauten in Reinickendorf, Wedding und Neukölln, die im Kontext der Wohnungsbauprogramme der Weimarer Republik entstanden und eine sachliche, funktional geprägte Architektursprache aufweisen. Darüber hinaus entwarf er die Schulfarm auf der Insel Scharfenberg, ein reformpädagogisch ausgerichtetes Schulensemble, das Unterricht und praktische Arbeit miteinander verbindet. Neben seiner architektonischen Tätigkeit war Ermisch auch als Maler tätig und schuf vor allem Aquarelle und Zeichnungen mit Landschafts- und Architekturdarstellungen, die seine gestalterische Auffassung ergänzen und teils architektonische Züge tragen. Auch nach 1945 blieb Ermisch in Berlin tätig und beteiligte sich am Wiederaufbau.