Eduard Willmann (geboren 1820 in Karlsruhe, gestorben 1877 ebenda) war ein deutscher Kupferstecher und Sänger. Er studierte Malerei und Kupferstichkunst bei Carl Ludwig Frommel, dem damaligen Direktor der Karlsruher Gemäldegalerie, und in Darmstadt. Nach Abschluss seiner Studien ging er nach London, wo er sich hauptsächlich im Haus des preußischen Botschafters Christian Karl von Bunsen aufhielt und zahlreiche internationale Kontakte knüpfte. Willmann siefdelte nach Paris über und schuf dort zahlreiche Landschaftsbilder. Außerdem nahm er Gesangsunterricht am kaiserlichen Konservatorium und bildete dabei seine Bassstimme zu solcher Vollkommenheit aus, dass er von Komponisten wie Jacques Halévy, Adolphe Adam und Giacomo Meyerbeer gebeten wurde, an die Pariser Oper zu gehen, was Willmann jedoch ablehnte. Parallel widmete er sich weiterhin der bildenden Kunst und malte eine Ansicht von Paris aus der Vogelperspektive, ein Werk, für das er 1860 auf der Pariser Kunstausstellung die goldene Medaille erhielt. Weitere Stadtansichten fertigte Willmann von Wien, Baden-Baden, Freiburg und Stuttgart an. 1863 wurde Willmann zum Mitglied der Ehrenlegion ernannt; das Angebot der französischen Staatsbürgerschaft lehnte der bekennende Badener dagegen ab. Stattdessen nahm er 1864 die Berufung als Professor für Kupferstichkunst an der Badischen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe an. 1870 ließ sich Willmann gänzlich in Karlsruhe nieder und wurde von Großherzog Friedrich I. zum Hof-Kupferstecher ernannt.